Bericht zur Interkulturellen Öffnung für die LS 2021

Vorbemerkung: Dieser vorliegende Bericht blickt auf einen relativ kurzen Zeitraum zurück, denn die Dienststelle „Internationale Gemeinden und Interkulturelle Öffnung“ des Dezernates 1.2. und 1.3. der Abteilung Theologie und Ökumene ist nach einer anderthalbjährigen Vakanz seit September 2019 wiederbesetzt. Zudem haben coronabedingte Umstände seit März 2020 die Wahrnehmung verschiedener Angebote zur Weiterentwicklung dieses Arbeitsfeldes stark eingeschränkt. Aus diesem Grund hat dieser Bericht notwendigerweise den Charakter eines „Work-in-Progress-Berichts“, dessen Entwicklungen in einem Nachfolgebericht vertieft werden können.

 I. Interkulturelle Öffnung in der EKiR- Fünf Beispiele

Im Zwischenbericht von 2018 zum Konsultationsprozess „Interkulturelle Öffnung“ in der EKiR wurde bereits auf den Synodenbeschluss von 2017 zu neuen Gemeindeformen „Vergnügt, erlöst, befreit- Gemeinde formen“ verwiesen, die neben der klassischen Parochialgemeinde neue Formen wie Personalgemeinden, assoziierte Gemeinden, kooperierende Gemeinden und Erprobungsräume ermöglicht hat. Dieser Beschluss hat entscheidende Weichen für den Prozess der IKÖ auf kirchlicher Ebene gestellt, was durch folgende Praxisbeispiele deutlich wird:

1. Presbyterian Church of Ghana und Evangelische Luthergemeinde in Düsseldorf

Die Presbyterian Church of Ghana e.V. (PCG) besteht überwiegend aus Geschwistern mit ghanaischen Wurzeln, die mit der Evangelischen Lutherkirchengemeinde in Düsseldorf eine enge Kooperation pflegt. Die gastgebende Lutherkirchengemeinde stellt der PCG nicht nur unentgeltlich ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern organisiert auch gemeinsame Aktivitäten. Da die PCG keinen eigenen Pastor unterhält, sondern auf das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitglieder angewiesen ist, übernimmt ein Pfarrer der Lutherkirchengemeinde für die PCG besondere Gottesdienste wie z.B. Kasualien Gottesdienste. Nach Aussage einer Presbyteriumssitzung betrachtet die Ev. Lutherkirchengemeinde die PCG als einen Teil ihrer eigenen Gemeinde für den sie sich verantwortlich fühlt. In der Tat sind viele Gemeindeglieder der PCG durch ihren Kirchenzugehörigkeit zugleich Mitglieder der Lutherkirchgemeinde. Die PCG nimmt auch aktiv am Geschehen der Lutherkirchengemeinde teil, beispielsweise dadurch, dass eine junge Frau als stimmberechtigtes Mitglied in deren Presbyterium vertreten ist. Als nächsten Schritt wollen die PCG und die Ev. Lutherkirchengemeinde im Gottesdienstausschuss ein gemeinsames Konzept für nachhaltige Gottesdienste erarbeiten, um interkulturelle Begegnungen zu ermöglichen. Unter anderem sollen Programme für die Jugendlichen beider Gemeinden entstehen wie z.B. ein gemeinsamer Konfirmandenunterricht. Dieses Praxisbeispiel führt uns vor Augen, dass Internationale Gemeinden nicht allein auf hauptamtliche Mitarbeiter*innen für den Prozess der IKÖ angewiesen sind, sondern als gemeinsame Aufgabe wahrgenommen werden kann.

2. The Church of Apostles’ Revelation Society und Evangelischer Kirchenkreis Duisburg

The Church of Apostles’ Revelation Society ist eine Gliedkirche der Apostles’ Revelation Society (ARS), die ihren Hauptsitz in Ghana hat und zu den unabhängigen afrikanischen Kirchen („African Independent Churches“) gehört. Die ARS hat weltweit Gliedkirchen, unter anderem auch in England, Holland, Frankreich, Belgien und Deutschland, mit denen sie verbunden sind. Yao Moto ist Pastor der Church of Apostles Revelation Society in Duisburg-Meiderich, wo diese Gemeinde seit 20 Jahren in der Evangelischen Kirchengemeinde Meiderich beheimatet ist und dort unentgeltlich deren Räumlichkeiten nutzt. Alle Gemeindeglieder der Church of Apostles Revelation Society pflegen eine Doppelmitgliedschaft, als Mitglieder ihrer muttersprachlichen Gemeinde wie auch ihrer evangelischen Wohnsitzgemeinde aus verschiedenen Einzugsgebieten. Yao Moto ist als Presbyter in der Evangelischen Kirchengemeinde Meiderich engagiert und wirkt als Synodaler im Nominierungsausschuss der Kreissynode Duisburg mit. Darüber hinaus ist Yao Moto seit Februar 2019 Prädikant in der Rheinischen Kirche und übernimmt regelmäßig Predigtdienste und Gottesdienstleitungen in seinem Kirchenkreis. Den Gottesdienst in seiner eigenen Gemeinde leitet Yao Moto am Nachmittag, der in vier Sprachen, nämlich auf Ewe, Englisch, Französisch und Deutsch angeboten wird, um Besuchern und Besucherinnen am Gottesdienstgeschehen teilhaben zu lassen.  Häufig nehmen Gemeindeglieder der ghanaischen Gemeinde an den landeskirchlichen Gottesdiensten teil, wo Yao Moto seine Prädikantendienste verrichtet. Die wechselseitigen Besuche haben gewinnbringend zum Prozess der Interkulturellen Öffnung im Kirchenkreis Duisburg beigetragen. An diesem Beispiel erkennt man, dass die Ausbildung zum Prädikanten für Vertreter*innen der Internationalen Gemeinden Möglichkeiten bietet, um den Prozess der IKÖ auf Kirchenkreisebene zu befördern.

 3. Hanbit evangelische Kirchengemeinde Köln e.V. und Evangelische Philippus-Kirchengemeinde Köln

Die Hanbit evangelische Kirchengemeinde e.V. entstand 1999 als ein Zusammenschluss von vier koreanischen Gemeinden und ist seitdem in der Evangelischen Philippus-Kirchengemeinde in Köln-Raderthal beheimatet. In der Vergangenheit hat die Hanbit Gemeinde einen offiziellen und legalen Status in der EKiR angestrebt, was aber u.a. wegen des einseitigen Kooperationsangebotes des Rheinischen „Anbindungsgesetzes“ zu keinen zielführenden Resultaten geführt hat. Seit November 2020 läuft über Pastor Dr. Ji-Ung Lim, einem Koreaner der zweiten Generation, der über eine halbe Stelle während seiner Probezeit bei der Philippusgemeinde angestellt ist, ein interkulturelles Assoziierungsprojekt zwischen beiden Gemeinden. In einem gemeinsamen Workshop haben es sich die beiden Gemeinden zum Ziel gesetzt, folgende Handlungsfelder zur Förderung von gegenseitiger Begegnung umzusetzen: (1) Gemeinsame Welcome-Gottesdienste, die als Zielgruppe die Altersgruppe von 25-50 anvisieren, (2) gemeinsame Aktivitäten mit den Konfirmanden der Philippusgemeinde und den Jugendlichen der Hanbitgemeinde, (3) ein gemeinsames Chorprojekt, wo gemeinsame Auftritte geplant werden, (4) Kulturelle Begegnungsabende, wo koreanische Zuwanderer und ehemalige Ostdeutsche ihre Lebensgeschichten erzählen. Darüber hinaus beteiligt sich Pastor Lim an Aktivitäten im Kirchenkreis Köln-Süd. Dieses Beispiel veranschaulicht, wie über die Anstellungsfähigkeit eines Pastors oder einer Pastorin aus den Internationalen Gemeinden der Prozess der IKÖ befördert werden kann. Das Augenmerk fällt insbesondere auf Christen und Christinnen der zweiten Generation aus den Internationalen Gemeinden, die aufgrund ihrer Brückenfunktion einen entscheidenden Beitrag zum Prozess der IKÖ leisten können, um einerseits der Landeskirche zur IKÖ und geistlich-ökumenischen Bereicherung zu dienen und andererseits den Internationalen Gemeinden zur Integration zu verhelfen.

4. Erprobungsraum Internationale Gemeinde an Nahe und Glan

Unter den in 2020 zehn Initiativen von Erprobungsräumen fördert die Rheinische Kirche ein Projekt zur Gründung einer Internationalen Gemeinde im Kirchenkreis an Nahe und Glan, welches im Januar 2021 offiziell starten wird. Diese Internationale Gemeinde soll aus der Vielfalt von Menschen mit unterschiedlicher Tradition, Herkunft, Orientierung und konfessioneller Prägung entstehen und neue Wege der interkulturellen Begegnung öffnen. Darüber hinaus soll sie in die Gesellschaft hineinwirken und für die Rechte der Geflüchteten, gegen Diskriminierung und Rassismus und für eine offene Gesellschaft der Vielfalt eintreten. Ferner soll sie Netzwerke mit den Ortsgemeinden im Kirchenkreis An Nahe und Glan und mit anderen Internationalen Gemeinden knüpfen, um eventuell zur Etablierung eines Internationalen Regionalkonvents in Bad Kreuznach beizutragen. Diese Internationale Gemeinde lebt einen offenen Prozess und befindet sich auf dem Weg. Das heißt auch, dass sie über keine eigenen Räumlichkeiten verfügt, sondern diese bei anderen Gemeinden, Institutionen, Vereinen und Kommunen findet. Dadurch, dass unterschiedliche Kirchengebäuden genutzt werden, soll die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden gestärkt werden. Diese Gemeindegründungsinitiative ist ein gutes Beispiel dafür, dass die wesentlichen Elemente der Interkulturellen Öffnung bereits ganz zu Beginn angelegt werden können und die Zusammenarbeit unter Mitwirkung des Kirchenkreises entstehen kann.

5. Neuer Masterstudiengang (MThSt) an der KiHo mit Bewerbungen aus den Internationalen Gemeinden

Die Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel führt im Jahr 2021 ein neues berufsbegleitendes Studium der Evangelischen Theologie ein, das einen zweiten Weg ins Pfarramt ermöglicht. Beim Bewerbungsverfahren in 2020 hat die Studienkoordination dieses Studiengangs Interesse angemeldet, Bewerber*innen aus den Internationalen Gemeinden zu gewinnen. Zwei Pastoren afrikanischer Herkunft haben die für diesen Studiengang erforderlichen Voraussetzungen erfüllt und somit die Zulassung erworben. Diese Initiative ist als ein wichtiger Schritt zur Interkulturellen Öffnung im akademischen Feld zu begrüßen. Ein abgeschlossenes Theologiestudium auf deutschem Hochschulniveau öffnet Vertreter*innen aus Internationalen Gemeinden Wege, um entweder Positionen in der Landeskirche zu besetzen oder um z.B. Assoziierungs- oder Kooperationsprojekte zwischen internationalen und landeskirchlichen Gemeinden zu ermöglichen. Des Weiteren bietet die VEM in Kooperation mit der Kirchlichen Hochschule ein International Study Programm zum Thema „The Church as an Intercultural and International Community“ an, zu dem neben Studierende aus Afrika und Asien auch Studierende aus Deutschland eingeladen werden, um interkulturelle Perspektiven und Kompetenzen zu vermitteln. Solche internationale Studienprogramme können Räume für ökumenisches Lernen öffnen, was wiederum die kirchliche Landschaft in Deutschland bereichert.

II. Flächendeckende Entwicklungen von Interkultureller Öffnung in den Landeskirchen

  • Die Evangelische Kirche von Westfalen hat Interkulturelle Öffnung unter der Bezeichnung „Gemeinsam Kirche sein“ verhandelt und zum Thema „Kirche und Migration“ zu einer Hauptvorlage für die LS 2019 erstellt.
  • Die EKD hat in 2018 eine Projektstelle zu Interkultureller Öffnung innerhalb der Kirchen eingerichtet, die durch Oberkirchenrat, Bendix Balke, besetzt war. Unter seiner Führung haben zwei EKD-Studientagungen zur IKÖ stattgefunden, die zur Vertiefung des Themas angeregt haben. Bendix Balke hat in Rücksprache mit der Konferenz für die Arbeit mit internationalen Gemeinden (KAmiG) strategische Handlungsempfehlungen zur IKÖ erarbeitet und diese in seinem Abschlussbericht verschriftlicht.
  • Die EKiR hat im September 2019 die Dienststelle „Dezernent für Internationale Gemeinden und Interkulturelle Öffnung“ mit Mike Kwang-Yul Lee, einem Deutsch-Koreaner, besetzt. Auf der LS 2021 ist mit Barbara Rotzoll-Golly von der französischen Gemeinde Communauté Protestante de Langue Francaise zum ersten Mal jemand als Synodale aus den IKK Gemeinden vertreten.
  • Die Nordkirche hat 2018 einen Prozess zur IKÖ angestoßen, in dem gegenwärtig Qualitätszirkel Interkulturalität als Querschnittsthema aller kirchlicher Arbeitsbereiche diskutieren: Dialog mit Internationalen Gemeinden, Gottesdienst, Theologie, Bildung, Seelsorge, Kommunikation, Recht und Ressourcen, Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen sowie Rassismuskritik. Die Kirchenleitung wird 2021 ein Gesamtkonzept zur Interkulturellen Öffnung in der Nordkirche erarbeiten.
  • In 1972 hat die EKD die „Konferenz ausländischer Pfarrer“ (KAP) ins Leben gerufen, die 2012 zur „Interkulturellen Pfarrkonferenz“ (IPK) umbenannt wurde. Sie bietet Leitenden von internationalen Gemeinden Gelegenheit zum Austausch vertritt internationale Gemeinden in der kirchlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Die IPK befindet sich in einem Erneuerungsprozess hin zu mehr Eigenständigkeit. Sie möchte ihr 50-jähriges Jubiläum 2022 nutzen, um wieder stärker zur Stimme der internationalen Gemeinden gegenüber Kirchen und Gesellschaft zu werden.
  • Die ökumenische internationale Kommunität Himmelsfels ist seit 2006 ein wichtiger Knotenpunkt interkultureller Begegnung. Seit 2018 hat sich das Netzwerk „Gemeinde auf Augenhöhe“ gebildet, um eine konstruktive Begegnung zwischen einheimischen und zugewanderten Christen zu fördern. Darin wirken evangelische Landes- und Freikirchen, Missionswerke, freie Werke, Netzwerke und Projekte mit. „Gemeinde auf Augenhöhe“ plant für die Zukunft das Gemeinde-Projekt „Global Local“, welches zu 40 Tagen interkulturellen Begegnungen einlädt.

 III. Aktuelle Fragen und Herausforderungen

  • KR Wolfgang Hüllstrung hat zum Thema „Theologische Grundlegung für die Interkulturelle Öffnung der EKiR“ (Vortrag vor dem Theologischen Ausschuss am 6.9.2018) darauf verwiesen, dass Interkulturelle Öffnung als nachhaltiger und flächendeckender Prozess nur dann gelingen kann, wenn sie als eine Aufgabe von Gemeindeleitung betrachtet wird. IKÖ dürfe nicht als Zusatzaufgabe wahrgenommen werden, sondern als eine kirchleitende Aufgabe, die Impulse auf allen Ebenen kirchlichen und gesellschaftlichen Handelns setzt. Dabei ist es wichtig, konkrete Ziele in den Blick zu nehmen. OKR Bendix Balke fasst folgende Ziele zusammen, die sich aus dem Konsultationsprozess bezüglich der IKÖ herausgestellt haben: (1) Erhöhung der interkulturellen Kompetenz bei den Mitarbeitenden, (2) Vertiefung ökumenischer und interreligiöser Kooperationen, (3) Empowerment, Partizipation und angemessene Repräsentation von People/Persons of Color (POC), (4) Kritische (Selbst-Reflexion) von Diskriminierung, Rassismus und Machtassymetrien und (5) Gesellschaftliches Engagement für Demokratie und Diversität (Bendix Balke, Interkulturelle Öffnung der Kirche, 2020, S. 208-219).
  • Im Hinblick auf kirchenrechtliche Aspekte benötigen wir neue Wege und Best Practices, um Internationale Gemeinden in die Strukturen von Landeskirchen zu integrieren und dabei Vereinnahmungstendenzen entgegenzuwirken. Einseitige Kooperationsangebote wie z.B. das Rheinische Anbindungsgesetz werden der Vielfalt kultureller und konfessioneller Formen von Internationalen Gemeinden nicht gerecht. Wir brauchen neue Wege, die unterschiedliche Formen von Nähe und Distanz, bleibender Selbstbestimmung und bewusster Adaption landeskirchlicher Gemeindestrukturen und verschiedener konfessioneller Frömmigkeitspraktiken erlauben. Bezüglich der neuen Gemeindeformen, die durch den LS Beschluss 2017 ermöglicht worden sind, bestehen noch viele ungeklärte Fragen, wie z.B.: Was ist der personalrechtliche Status des Pastors/der Pastorin einer assoziierten oder kooperierenden Gemeinde? Wie lässt sich bei einer Doppelmitgliedschaft die Kirchensteuerfrage mit der Spendenaktivität der Gemeindeglieder vereinbaren? In welche rechtliche Form gießt man ein Assoziierungsprojekt? Bedarf es für eine Assoziierung eines verbindlichen Vertrages oder lediglich einer Vereinbarung? Hier wären auch die landeskirchlichen Rechte und Pflichten für die Internationalen Gemeinden auszutarieren.
  • Für die Anstellungsfähigkeit der Pastoren und Pastorinnen aus den Internationalen Gemeinden ist die Anerkennung der erworbenen pastoralen Ausbildung aus dem Ausland entscheidend. Der neue Masterstudiengang an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal hat zwar einen Weg bereitet, für Vertreter*innen aus den Internationalen Gemeinden die Qualifizierung zum Pfarramt zu erwerben, aber für viele stellt dieser Zugang aufgrund der anspruchsvollen Erfordernisse noch eine große Hürde dar. Wir brauchen angepasste theologische Aus- und Fortbildungsangebote für Verantwortliche aus den Internationalen Gemeinden, welche eine großzügige Anerkennung von auswärtigen Studienleistungen und gemeindlichen Tätigkeiten sowie spirituelle Kompetenzen berücksichtigen, um sie für landeskirchliche Tätigkeiten zu qualifizieren.
  • Interkulturelle Öffnung bringt nicht nur ekklesiologische, sondern auch missionstheologische Implikationen mit sich. Viele Internationale Gemeinden haben ein starkes Sendungsbewusstsein, welches im Prozess der IKÖ einen hohen Stellenwert einnimmt. Wie verhält sich diese Orientierung mit der Leitvorstellung der Rheinischen Kirche „Missionarisch Volkskirche sein?“ Wenn sich die EKiR als eine Volkskirche versteht, „in der Raum für unterschiedliche Frömmigkeitsformen und unterschiedliche Grade der Beteiligung am kirchlichen Leben ist“ (Missionarisch Volkskirche sein- zur Entwicklung und Umsetzung einer Leitvorstellung, 2010, S. 8) und sich „nur in Ergänzung und in der Gemeinschaft mit anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Kirche Jesu Christi“ (Ökumenekonzeption, 2020, S. 11) als Kirche versteht, dann führt dieser Weg über die Interkulturelle Öffnung, die zugleich auch eine missionarische Orientierung mit sich bringt.

       (Verfasser: Mike Lee)